Mittwoch, 1. September 2010

Ulpan

Die sieben Wochen Ulpan, Hebräischkurs an der Uni Tel Aviv sind auch schon bald durch, noch bis zum 7.9. Zu 70% Amerikaner sitzen in der Klasse und sprechen wirklich ein witziges Hebräisch. Die ersten paar Male habe ich kein Wort verstanden und das lag nicht an meiner Unkenntnis, sondern an deren Aussprache. Wirklich zum totlachen, und alle sind ca. 18 Jahre alt und wohnen in den Dorms. Man kann sich also vorstellen, welche Klassenlageratmosphäre da entwickelt wird. Sie klagen über Nachtruhe ab 22h, zu laute Nachbarn, eiskalte Klimaanlage. Nur 5 Personen wohnen nicht in den Dorms, sondern in der grossen Stadt, also in der grossen weiten Welt. Der Rest steckt sich in den Dorms mit Krankheiten an, Schnupfen, Husten, die Klimaanlage verbreitet wohl die Viren in sekundenschnelle. Dafür haben sie einen Pool und Fenster in den Wänden, was für ein Luxus. Samstags fahren hier bekanntlich keine Busse wegen Shabbat, also bleiben sie an ihrem freien Schultag auch in den Dorms, ganz oben im Norden Tel Avivs in Ramat Aviv.. Eben Schullagerfeeling. Die Kids sind aber alle sehr motiviert zum Hebräisch lernen und kommen meistens regelmässig in die Stunde. Letzte Woche war Uni-Ferien und der ganze Uni-Campus war geschlossen. Also sind wir 5oo Meter weiter in eine anderes Schulhaus umgezogen. Dort funktionierten natürlich die Klimaanlagen im Klassenzimmer nicht. Welche Katastrophe, alle haben geflucht und gestöhnt vor Hitze, die Lehrerin hat uns 15 Minuten früher gehen lassen und alle halbe Stunde mit dem Hauswart telefoniert. Keine Klimaanlage im Zimmer, ich war wohl die einzige die daran gewöhnt war. Das erste was ich zuhause mache, ist Kleider wechseln, damit ich die Hosen nicht vollständig verschwitze und am nächsten Tag nochmals tragen kann.

Nein, es geht mir hier wirklich gut und vielen Dank für alle Zimmersuch-Hinweise und guten Wünsche, aber ich habe mein Zimmer nochmals um einen Monat verlängert. Nach fünf sehr schrägen Zimmerschauen, habe ich vielleicht doch etwas Glück mit meinem Zimmer, keine Gurus, keine kläffende Hunde, keine urkomischen Gestalten als Mitbewohner, die voneinander nicht wissen, wer wann auszieht. Gestern habe ich mir einen Briefkasten aus Pappe gebastelt, da jemand meinen Brief geöffnet hat, mal sehen obs was bringt..

Das nächste Projekt heisst Velo-Kauf. Und heute habe ich mein Praktikum im Goethe Institut begonnen. Viele neue Gesichter und Namen, viel Arbeit und grosse Herausforderungen erwarten mich.

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